Im Januar 1945 trafen im KZ Buchenwald Massentransporte mit evakuierten Häftlingen aus Auschwitz und Groß-Rosen ein. Das sogenannte "Kleine Lager" in Buchenwald wurde zum Sterbe- und Siechenort. In den letzten Tagen des KZs starben über 13.000 Menschen. In dieser Zeit wuchsen die in bestimmten Arealen des Lagers angelegten Müllhalden. Für ganz und gar wertlos erachteter Besitz von Häftlingen wurde weggeworfen: Knöpfe, Häftlingsmarken, Kämme, Essnäpfe, zerbrochene Brillen und anderes. Diese inzwischen geborgenen Relikte stehen heute für das Schicksal oft namenloser Häftlinge, sind letzte Spur und Zeugnis, aber auch jeweils ein corpus delicti. Als "Ausgrabungsstücke" bilden sie das Herzstück der Ausstellung.
Im Zuge der Neukonzeption der Gedenkstätte Buchenwald hat diese zahlreiche Grabungen unternommen, um die ausgegrenzte und überwachsene Geschichte des Lagers ans Licht zu bringen. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine kleine Exposition von frühen Texten der Holocaustliteratur, die über Buchenwald sprechen - und die heute nahezu vergessen sind. Sie wurden von der Arbeitsstelle zusammengestellt.