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Nachrichten aus der Archäologie

Cannabis wurde offenbar schon vor 2.800 Jahren als Rauschmittel genutzt

Cannabissamen sind im Ausgrabungskontext

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Bern hat in Sibirien Cannabissamen und molekulare Spuren von Cannabiswirkstoffen in menschlichem Haar in einem Fürstengrab entdeckt. Radiokarbondatierungen verorten die Samen in das frühe 8. Jahrhundert v. Chr. Nach Einschätzung des Forschungsteams handelt es sich um den bislang ältesten direkt datierten Hinweis auf eine berauschende Nutzung von Cannabis.

Mobilität von Mensch und Krankheit in der Spätantike (Illustration)
Mobilität in der Spätantike

Genetische Studie am Gräberfeld Fallward zeigt Fernbeziehungen und eine seltene Leprainfektion

Westgotische und vandalische Verbände ziehen nach Italien und erobern Rom, die Hunnen verbreiten auf ihren Kriegszügen durch Westeuropa Angst und Schrecken, die Franken dehnen ihren Herrschaftsbereich nach Süden aus – das 5. Jahrhundert war in Europa eine Epoche tiefgreifender, oft gewaltsamer Umbrüche und gleichzeitig großer Mobilität. Einen individuellen Fall dieser Mobilität konnten Forschende des Instituts für Klinische Molekularbiologie (IKMB) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung (NIhK) jetzt im Gräberfeld von Fallward im heutigen Landkreis Cuxhaven nachweisen. Weiterlesen
| Funde & Befunde
Muscheln
Kälte ohne Folgen? Kurzfristige Klimaschwankungen beeinflussten frühe Bauern offenbar weniger als bislang angenommen
Die Ausbreitung der Landwirtschaft nach Europa gilt als einer der tiefgreifendsten Umbrüche der Vorgeschichte. Doch warum kam diese Entwicklung in Südosteuropa für mehrere Jahrhunderte nahezu zum Stillstand? Eine häufig diskutierte Erklärung sind kalte klimatische Bedingungen. Eine neue Studie des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) zeigt nun: Am griechischen Fundplatz Franchthi lässt sich keine extreme Kälte nachweisen, und ein Zusammenhang zwischen den lokalen Klimaschwankungen und der Wirtschaftsweise der Menschen ist statistisch nicht erkennbar. Weiterlesen
| Forschung
Ausgrabung eines Warftkellers
Archäologische Grabungen geben Einblicke in die historische Wasserversorgung der Wilstermarsch

Brunnen aus dem 17. Jahrhundert an der SuedLink-Trasse entdeckt

Ein Brunnen aus Torfsoden, wohl vor mehr als 300 Jahren angelegt, zählt zu den besonderen Befunden der diesjährigen archäologischen Grabungen in Büttel, Kreis Steinburg. Die Untersuchung zeigt, mit welchen Mitteln die Menschen in der Wilstermarsch ihre Wasserversorgung sicherten, lange bevor die Höfe der Region an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen wurden. Weiterlesen
| Ausgrabungen
Kurz notiert

Citizen-Science-Projekt erforscht Frauen und ihre Rolle im Wirtschaftsleben der Hansezeit

Raum der Ausstellung »Let’s play Mittelalter«

Die dem Europäischen Hansemuseum angegliederte Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO) startet eine neue Kooperation mit den internationalen Forschungsprojekten HansaWomen der Universität Bergen und PatriFem der Universität Genua sowie dem Archiv der Hansestadt Lübeck. Gemeinsam werden historische Quellen aus dem Archiv der Hansestadt Lübeck digital transkribiert und aufbereitet. Im Mittelpunkt stehen dabei Frauen und ihre Rolle im Wirtschaftsleben der Hansezeit.

Eckturm und Stadtmauer des LVR-APX
Gemeinsames römisches Erbe wird erlebbar

Neues Interreg-Förderprojekt gestartet

Deutsche und niederländische Partner machen in einem neuen Projekt die gemeinsame römische Vergangenheit sichtbar. Seit dem 1. Oktober 2026 bündeln sie ihre Kräfte für dieses innovative Vorhaben. Das Team erschafft bis Mitte 2029 eine digitale Infrastruktur, die unterschiedliche Elemente der römischen Kulturlandschaft durch erweiterte und virtuelle Realitäten (AR/VR) zum Leben erweckt. Dazu gehören Teile des UNESCO-Welterbes "Niedergermanischer Limes" mit seinen militärischen Grenzsicherungen sowie zivile Städte, Bestattungsplätze und Heiligtümer. Sie erlauben tiefe Einblicke in das Leben vor 2000 Jahren. Weiterlesen
| Kulturerbe
Aloe als Balsamierungsmittel
Altägyptische Einbalsamierung: Neue Erkenntnisse aus Molekülanalysen und historischen Schriftquellen
Welche Materialien verwendeten die alten Ägypter zur Einbalsamierung ihrer Verstorbenen? Und wie lässt sich die Zusammensetzung dieser Stoffe noch Jahrtausende später rekonstruieren? Um diese Fragen zu untersuchen, hat ein interdisziplinäres Forschungsteam der Philipps-Universität Marburg moderne Naturstoffanalytik mit Ägyptologie und Pharmaziegeschichte verbunden. Weiterlesen
| Aus aller Welt

Die neuesten Artikel

Zwischen Bronze und Stahl
Der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit gilt als eine der tiefgreifendsten technologischen Umbruchsphasen der europäischen Urgeschichte. Lange wurde dieser Wandel als vergleichsweise klarer Bruch verstanden: Bronze verliert an Bedeutung, Eisen setzt sich allmählich durch. Neuere Forschungen zeichnen jedoch ein deutlich differenzierteres Bild, in dem alte und neue Werkstoffe über längere Zeit parallel genutzt, angepasst und weiterentwickelt wurden. Zwei aktuelle Studien aus der westlichen Iberischen Halbinsel liefern hierzu neue, sich ergänzende Einblicke - ausgehend von einem einzelnen Werkzeugfund bis hin zu monumentalen Steinskulpturen.
ForschungSüdeuropaPortugalSpanienUrgeschichteBronzezeitEisenzeitExperimentelle ArchäologieTechnologie
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Zwei römische Patrouillenboote der Erlanger Universität im Test
Rekonstruktionen historischer Schiffe im Maßstab 1:1 bieten faszinierende Einblicke in die Vergangenheit. Mit der Fridericiana Alexandrina Navis (F.A.N.) und der Danuvina Alacris entstanden in den letzten Jahren zwei Nachbauten, die den historischen Vorbildern besonders nahekommen und 500 Jahre Bootsbautradition des römischen Militärs nördlich der Alpen repräsentieren. Anhand der beiden von der Friedrich-Alexander-Universität rekonstruierten römischen Boote zeigt sich, wie solche Nachbauten wertvolle Erkenntnisse liefern können. Ein Artikel von Boris Dreyer.
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