Ortsnamenforschung in Südwestdeutschland - Eine Bilanz, Festkolloquium anlässlich des 65. Geburtstages von Dr. Lutz Reichardt am 10. Dezember 1999

Abstract

'Durch Ortsnamen, die ältesten und dauerndsten Denkmäler, erzählt eine längst vergangene Nation gleichsam selbst ihre eigenen Schicksale, und es fragt sich nur, ob ihre Stimme uns noch verständlich bleibt'. So äußerte sich – vielleicht in der Wertung etwas übertrieben – Wilhelm von Humboldt über die Bedeutung der Ortsnamen. Sicher wird man aus ihnen nicht Schicksale, eher wohl Gründungssituationen, Gründungsmotive entnehmen können, aber gültig ist die Frage, ob die Stimme der Ortsnamen uns noch verständlich bleibt. Sie bleibt es nicht, wenn nicht sachkundige Vermittler unserer von kurzlebigen geprägten Gesellschaft ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihr methodisches Handwerkszeug zur Verfügung stellen, um den langen Weg von den heute gebräuchlichen Namensformen zurück zu den Anfängen zurückzulegen, die jahrhundertealten Schichten Schritt für Schritt zu entfernen, um zum Kern, zur Deutung und zur Bedeutung der Ortsnamen zu kommen. Wenn Lutz Reichardt, den die Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg seit 1990 zu ihren ordentlichen Mitgliedern zählt, den Kreis Böblingen noch einmal unter Berücksichtigung der Ergebnisse von Hans Jänichen bearbeitet hat, dann verfügen wir über einen geschlossenen Komplex der württembergischen Ortsnamen des weitgespannten mittleren Neckarraumes, eine bewundernswerte Lebensleistung, für die Lutz Reichardt zu Recht den Schillerpreis erhalten hat.

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