Die menschliche Kulturgeschichte dreidimensional zu drucken klingt interessant, spannend und ist möglich. Unterschiedliche Herstellungsmethoden der additiven Fertigungstechnologie gehen zunehmend neue Wege und bieten der Archäologie Chancen konventionelle Herstellungsverfahren mit den oftmals kostengünstigeren und schnelleren 3D-Druckern abzulösen. Auf dieser Seite beschreiben wir die Einsatzbereiche und Vorteile des 3D-Drucks in der Archäologie und zeigen in einer fortlaufend aktualisierten Übersicht zahlreiche Praxisbeispiele für Anwendungen der 3D-Drucker im Rahmen archäologischer Untersuchungen.
Ein Beispiel für den Einsatz von 3D-Druckern in der Archäologie ist die Herstellung der Replik einer bronzenen Reiterfigur aus einem frühkeltischen Fürstengrab in Baden-Württemberg, in der Nähe von Unlingen. So wurde aus Pulver ein fast 2800 Jahre altes Artefakt gedruckt. Besonders der Metall-3D-Druck eröffnet der Archäologie neue Anwendungsmöglichkeiten in der Nutzung von historisch wichtigen Fundobjekten. Durch die Produktion einer originalgetreuen Replik der Funde ist die Archäologie in der Lage, Originalobjekte zu replizieren und sie in Ausstellungen zugänglich zu machen sowie die Originalobjekte wissenschaftlich auszuwerten. So bekommt die Kulturgeschichte eine Gestalt mit dem 3D-Drucker.
Die generative Produktion von originalgetreuen Repliken mittels der 3D-Drucktechnologie eröffnet für die Archäologie neue Perspektiven, denn so kann zum Beispiel ein metallischer Fund zu wissenschaftlichen Zwecken zugänglich bleiben und seine Kopie kann Besuchern gleichzeitig in Ausstellungen als Artefakt zur Verfügung gestellt werden. Prinzipiell kann ein historisches Fundobjekt auch mehrfach 3D-gedruckt und auf diese Weise für unterschiedliche Zwecke angewendet werden. Die Unterschiede bei der Materialanalyse könnten nur Experten feststellen, da das zum 3D-Drucken genutzte Pulver aus der Gegenwart stammt.
Außerdem ist das Re-Engineering kein Tabuthema: Grundsätzlich ist es schon heute möglich, dank der 3D-Drucktechnologie ein beschädigtes Objekt zu rekonstruieren. Das Fundobjekt könnte so wieder die erstmalige Struktur annehmen, in der es das erste Mal auch gefertigt wurde. Auf diese Weise können an einem Objekt die zerstörerischen Spuren der Geschichte ausgeblendet werden und wir können genauer auf unsere Kulturgeschichte zurückzublicken.
Der Einsatz der 3D-Drucker in der Archäologie ist nichts Neues, da diese Technologie bereits in der Automobilbranche, Modebranche, Spielzeugindustrie und sogar in der Medizin eingesetzt wird. Auf dieser Seite berichten wir regelmäßig über den 3D-Druck in der Archäologie, so dass es sich lohnt vorbeizuschauen und auf Wunsch auch unseren kostenlosen 3D-Drucker-Newsletter zu abonnieren.