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Structure-from-Motion-Photogrammetrie mit Agisoft PhotoScan - erste Erfahrungen aus der Grabungspraxis

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Reinhard, Jochen. Structure-from-Motion-Photogrammetrie Mit Agisoft PhotoScan - Erste Erfahrungen Aus Der Grabungspraxis.

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Reinhard, J. Structure-from-Motion-Photogrammetrie mit Agisoft PhotoScan - erste Erfahrungen aus der Grabungspraxis.

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Reinhard, Jochen. “Structure-from-Motion-Photogrammetrie Mit Agisoft PhotoScan - Erste Erfahrungen Aus Der Grabungspraxis,” n.d.

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Reinhard J. Structure-from-Motion-Photogrammetrie mit Agisoft PhotoScan - erste Erfahrungen aus der Grabungspraxis.

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Reinhard, J. (no date) “Structure-from-Motion-Photogrammetrie mit Agisoft PhotoScan - erste Erfahrungen aus der Grabungspraxis.”

Abstract

Photogrammetrische Verfahren waren bislang aufgrund ihrer Komplexität und der notwendigen kostspieligen Ausrüstung überwiegend Spezialisten vorbehalten und fanden nur in Einzelfällen im Grabungsalltag Anwendung. Seit kurzem sind jedoch Softwarelösungen verfügbar, die eine automatische dreidimensionale photogrammetrische Auswertung von Bildern auch handelsüblicher unkalibrierter (Digital-)Kameras gestatten. Eines dieser Programme ist das einfach zu bedienende und preis-günstige 'PhotoScan' der russischen Firma Agisoft LLC. Erste Praxiserfahrungen mit diesem Programm sollen hier vorgestellt werden. Der von Agisoft PhotoScan eingesetzte Rechenalgorithmus basiert – wie der einer Reihe vergleichbarer Programme – auf dem sogenannten Structure-from-Motion-Verfahren (SfM). Dabei werden von der Software im Überlappungsbereich verschiedener Bilder desselben Motivs Passpunkte ermittelt, aus deren unterschiedlicher Position in den einzelnen Bildern eine dreidimensionale Punktwolke errechnet wird. Diese kann dann verdichtet, vermascht und mit einer aus den Photos abgeleiteten Textur bekleidet werden. Über Kontrollpunkte mit bekannten Koordinaten kann das entstandene 3D-Modell orientiert und georeferenziert werden. Ein Export von Orthofotos und digitalen Oberflächenmodellen (DSM) ist problemlos möglich, diese können mit entsprechender CAD- oder GIS-Software in die digitale Grabungsdokumentation eingebunden werden. Bei der Structure-from-Motion-Photogrammetrie muss, im Gegensatz zu älteren photogrammetrischen Verfahren, die innere und äußere Orientierung der Kamera nicht bekannt sein – weder muss eine kalibrierte Messkammer verwendet werden, noch ist die Kenntnis der Kameraposition vonnöten. Dies führt zu erheblich vermindertem Aufwand bei der Feldarbeit, das benötigte Equipment ist auf jeder Ausgrabung bereits vorhanden und beschränkt sich auf eine Kamera und Vermessungsgerät für die Einmessung der Kontrollpunkte am Boden. Die Anwendung von Agisoft PhotoScan soll an ganz unterschiedlichen praktischen Beispielen aufgezeigt werden: Vorgestellt wird zunächst die Auswertung von Bildserien, die konventionell von der Leiter und von Hochstativen aus fotografiert wurden. Daneben liegt ein Schwerpunkt dieses Beitrags auf dem Zusammenspiel der SfM-Photogrammetrie mit Nahbereichsluftbildern. Als Kameraträger dienen je nach Anwendungszweck sowohl zugstarke Einleiner-Drachen als auch ferngesteuerte Flugdrohnen, sogenannte Multikopter, mit vier und sechs Rotoren. Die so erstellten ungeordneten Vertikalaufnahmen eignen sich hervorragend für eine Auswertung mittels der SfM-Photogrammetrie. Als weitere mögliche Bildquelle für die SfM-Anwendung werden schließlich gescannte Orthofotos regulärer Luftbildbefliegungen vorgestellt. Als Beispiel dient hier ein britischer Luftbildsurvey über dem westlichen Jordanien aus dem Jahr 1953. Das Bildmaterial zeigt die erfassten Fundstellen in einem im Vergleich zu heute deutlich weniger durch Erosion und Bulldozer beeinträchtigten Zustand. Mit Agisoft PhotoScan und vergleichbaren SfM-Programmen wird der Feldarchäologie ein Werkzeug an die Hand gegeben, das es erlaubt, mit einfachen "Bordmitteln" präzise Höhenmodelle und Orthofotos zu generieren, die die Qualität der Dokumentation erheblich verbessern und gleichzeitig geeignet sind, den Dokumentationsablauf entscheidend zu beschleunigen.

Structure-from-Motion-Photogrammetrie mit Agisoft PhotoScan – erste Erfahrungen aus der Grabungspraxis Jochen Reinhard M.A. Was ist Structure-from-Motion-Photogrammetrie?  Verfahren des Maschinellen Sehens bzw. der Computer Vision zur Extraktion von 3D-Informationen aus 2D-Bildern  Prinzip: Die „Bewegung“ von Punkten in sich überlappenden Bildbereichen wird genutzt, um die dreidimensionale Geometrie der fotografierten Szene zu bestimmen. Softwarebeispiele für SfM-Photogrammetrie:  Agisoft PhotoScan Professional ($ 549 bzw. $ 3.499, offline)  ArcTron aSPECT3D  ARC3D  Autodesk 123D Catch  Bundler/CMVS/PMVS2 (€ 2.300, offline) (kostenlos, serverbasiert) (kostenlos, serverbasiert) (Open Source, offline)  Eos Sys. PhotoModeler Scanner ($ 2.595, offline)  hypr3D  Microsoft Photosynth (kostenloser Webdienst) (kostenlos, serverbasiert) Rechenschritte zur Erstellung des 3D-Modells: ,Sparse Point Cloud’ 3D-Modell Textur Cham ZG, Kreisel Grindel: texturiertes 3D-Modell Georeferenzierung des 3D-Modells: Punkt A: 678505.850, 227722.081, 424.161 Punkt B: 678504.289, 227721.931, 424.399 Punkt C: 678503.553, 227727.566, 423.823 Punkt D: 678505.335, 227728.958, 423.142 Punkt E: 678506.513, 227730.079, 423.242 Punkt F: 678508.966, 227726.355, 422.413 Punkt G: 678507.356, 227725.560, 422.502 Punkt H: 678507.104, 227723.427, 422.817 mögliche Datenexporte: Vorteile der SfM-Photogrammetrie:  benötigtes Equipment (Kamera, Vermessungsgerät) ist auf jeder Grabung vorhanden  innere und äussere Orientierung der Kamera wird aus den Bilddaten abgeleitet  exportierte Daten können als Grundlage für die weitere Dokumentation verwendet werden Beispiel bodengebundene Fotodokumentation  Fotodokumentation mit z. B. Canon EOS 5D Mk. II vom Boden und/oder der Leiter aus  Motivabstand: < 5 m  Bodenauflösung: < 2 mm Cham ZG, Klostermatt Cham ZG, Klostermatt Lösung für Probleme mangelnder Stereoabdeckung: Einsatz eines Fotogalgens (z. B. ,PhotoMob’ von Ronny Weßling, Wien) Verzicht auf Handzeichnungen möglich?  Nein, ein grosser Teil der zeichnerischen Informationen wird nicht erfasst (Befundgrenzen, Positionsnummern etc.).  Aber: Per SfM gewonnene Daten, z. B. Orthofotos, können als Grundlage für Handzeichnungen dienen und den Zeichenvorgang deutlich beschleunigen und präzisieren bzw. verdichten! Beispiel Nahbereichsluftbildfotografie  Drachen und Multikopter-Drohnen als Kameraträger für digitale Kompaktkameras (z. B. Canon PowerShot G11)  Motivabstand / Flughöhe: bis 150 m und mehr  Bodenauflösung: < 2 bis ~ 50 mm Tulul adh-Dhahab, Jordanien 0 4m Tulul adh-Dhahab, Jordanien Beispiel klassische Luftbildfotografie Tulul adh-Dhahab Quelle: KENNEDY, D. 1996: Aerial Archaeology in the Middle East. AARGnews 12, 1996, 12 fig.1.  Luftbildbefliegung der britischen ‚Hunting Aerosurveys Ltd.‘ von 1953 über dem westlichen Jordanien  23 x 23 cm grosse Schwarzweissbilder im Massstab 1:25.000  Originale im ‚Royal Jordanian Geographic Centre‘ (Amman), Kopien im ‚Aerial Photographic Archive for Archaeology in the Middle East‘ (Perth)  Scans mit einer Bodenauflösung von ca. 50 cm wurden dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von APAAME Tulul adh-Dhahab, Zarqa-Tal, Jordanien Tulul adh-Dhahab, Zarqa-Tal, Jordanien < 10 m/px SRTM-Daten vs. SfM-Höhenmodell 90 m/px Vergleich der Situation 1953 und heute:  Das SfM-Modell bildet eine Situation ohne Bulldozeraktivitäten, Strassenbau und Wasserkraftwerk ab. Hunting Aerial Survey 1953 Google Earth/SPOT 2004 Structure from Motion ist…  ein einfach anzuwendendes Verfahren,  mit geringem Zusatzaufwand im Feld verbunden,  auch nachträglich unabhängig von der sonstigen Dokumentation anwendbar,  zeitsparend, da die Zeichenarbeit beschleunigend,  hochpräzise bei gleichzeitiger Verdichtung der Information,  breit und in unterschiedlichen Skalierungen anwendbar,  für die Beantwortung neuer Forschungsfragen geeignet. Herzlichen Dank!